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Schreiben als Bewusstseinsreise – Teil 3: Wirkstatt des Werdens

In den letzten Monaten erlebe ich das Schreiben mehr und mehr als eine Wirkstatt des Werdens – einen Raum, in dem sich Bewusstsein in Sprache verdichtet, um sich zugleich wieder zu öffnen.
Jeder Satz, der entsteht, scheint mich tiefer in ein Feld zu führen, das schon immer da war – ein inneres Labor, in dem Denken, Fühlen und Wahrnehmen sich gegenseitig verwandeln.

In meinem Projekt Supramentale Zukunft erforsche ich genau diesen Übergang: den Wandel vom mental-rationalen Bewusstsein, das trennt, analysiert und kontrolliert, hin zu einer neuen Dimension des Bewusstseins, die verbindet, integriert und schöpferisch ist.
Sri Aurobindo, Medhananda und Jean Gebser beschreiben diesen Evolutionssprung als eine natürliche, aber tiefgreifende Bewegung – ein Erwachen des Geistes im Stoff, des Göttlichen im Menschlichen.

Der egozentrische, mental-rationale Mensch ist nicht die letzte Stufe in der Evolution des Bewusstseins.
Wir stehen an einer Schwelle, an der sich das Bewusstsein selbst neu erfindet.

In dieser Übergangsepoche lernen wir, über das „Entweder-Oder“-Denken hinauszugehen. Was unser Verstand als Gegensätze begreift – Wissenschaft und Spiritualität, Materie und Schwingung, Rationales und Irrationales – erweist sich aus einer höheren Perspektive als komplementär, als unterschiedliche Grade derselben Wirklichkeit.

Medhananda hat das in einer Klarheit ausgedrückt, die mich immer wieder berührt: Er sah die Welt nicht als Ansammlung getrennter Dinge, sondern als transparentes Ganzes, durchdrungen von einem spirituell-göttlichen Ursprung, der sich in jedem Moment neu offenbart. Seine Einsichten verbinden die Tiefen spiritueller Erfahrung mit den Erkenntnissen moderner Quantenphysik – und öffnen damit ein Tor zu einer Wirklichkeit, die gleichzeitig innerlich und äußerlich, subjektiv und objektiv ist.

Das Schreiben in dieser Haltung wird zu einem schöpferischen Akt:
Nicht mehr ich schreibe, sondern es schreibt sich durch mich.
Jeder Text ist ein Experiment im Werden, eine Spur des Neuen, das durch das Bewusstsein Gestalt annehmen will.

Vielleicht ist das die eigentliche Aufgabe unserer Zeit:
Nicht mehr die Welt nur zu erklären oder zu verbessern, sondern sie bewusst zu durchlichten – sie von innen her in eine neue Schwingung zu führen.
Die Wirkstatt des Werdens ist dafür ein Übungsfeld: ein Raum, in dem das Kommende sich ankündigt, indem wir uns für es öffnen.

Persönliche Notiz

Wenn ich schreibe, erlebe ich, wie sich das Denken weitet und eine stille Freude aufscheint – als käme das Leben selbst in Bewegung, macht sich mir verständlicher und fügtPuzzles des Lebens in einer einzigartigen Weise zusammen  als wenn sich Leben in Worten erkennt.
Diese Freude, dieses schöpferische Lauschen, möchte ich mit euch teilen.
Vielleicht spürt ihr beim Lesen etwas von dieser inneren Resonanz, diesem „Mehr“, das hinter den Worten wirkt.
Ich lade euch ein, diese Wirkstatt des Werdens mitzuerforschen – im Schreiben, im Leben, im gemeinsamen Bewusstseinsfeld einer supramentalen Zukunft.

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